Die Truppenfahne

Die Truppenfahne, die als Symbol für unseren Staat anzusehen ist, tritt bei diesem Zeremoniell in den Vordergrund. Durch das Berühren der Truppenfahne mit der Hand wird symbolhaft die Bindung an unseren Staat verdeutlicht. Die Truppenfahne entspricht in ihren Farben der Bundesflagge. Durch zusätzliche Merkmale unterscheidet sie sich von Truppenfahnen anderer Verbände.

Die Truppenfahnen verschiedener Verbände unterscheiden sich in der Gravur, im Fahnenring und weiterhin in den Fahnenbändern, die in ihren Farben den verschiedenen Waffenfarben entsprechen (Artillerie - rot, Infanterie - grün etc.). Es gibt auch sogenannte Ehrenbänder, die von den Bundesländern verliehen werden können. So tragen z. B. einige niedersächsische Verbände Ehrenbänder des Landes Niedersachsen, die durch Einsätze während der Schneekatastrophe 1978 zustande gekommen waren.

Die Fahne ist aus schwerem Seidenstoff mit gesticktem Bundeswappen hergestellt, umsäumt von einer Goldfranseneinfassung.

Das Bundeswappen symbolisiert die Souveränität der Bundesrepublik. Die Herkunft und Bedeutung der Farben Schwarz-Rot-Gold lassen sich aus einer kurzen geschichtlichen Betrachtung der Entstehung der Bundesflagge herleiten. Erstmals finden wir die o. g. Farben in der Kaiserfahne und dem Kaiserwappen des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation (schwarz -Adler und Gold Grundton). Seit dem 14 Jahrhundert kam noch rot hinzu (Schnabel und Fänge). Diese "deutschen" Farben sind in den folgenden Ereignissen stellvertretend für den demokratischen Freiheitswillen in Deutschland aufgenommen worden. Am 12. Juni 1815 gründeten Studenten die "Jenaer Burschenschaft" und legten ein "Feierkleid" an, weiches als Waffenrock bezeichnet wurde. Die Farben für diesen Waffenrock orientierten sich an den Farben der Fahne, die vorher von den Freicorps unter Friedrich Wilhelm 111 benutzt worden waren. Friedrich Wilhelm 111 lehnte diese jedoch ab, da es sich bei den Freicorps nicht um reguläre Truppen handelte. Sie kamen nicht zum Einsatz. Im nachhinein muß man den Burschenschaften unterstellen, daß sie die Farben Schwarz-Rot-Gold eher aus Nützlichkeitsgründen gewählt hatten, wenn auch die weitere Entwicklungsgeschichte diese Farben bestätigt.

Als einer der Marksteine war das "Hambacher Fest" anzusehen, wo 1832 in einem Festzug zum Schloß Hambach 40000 Personen mit den Fahnen der Farben Schwarz-Rot-Gold für Freiheit und Demokratie demonstrierten. Im Jahre 1848 legte die Bundesversammlung in der Frankfurter Paulskirche die deutschen Bundesfarben in schwarzrot-gold fest, womit man dem Wunsch der deutschen Bevölkerung Rechnung trug. Zu diesem Zeitpunkt sprach man jedoch noch nicht von der Nationalflagge.

Als 1871 das Kaiserreich gegründet wurde und Deutschland nun Nationalstaat war, stellte sich erneut die Frage nach der Nationalflagge und den dazugehörigen Farben. Zu diesem Zeitpunkt entschied man sich zunächst für die Farben Schwarz-Weiß-Rot, wobei das preußische Schwarz-Weiß sowie das hanseatische Weiß-Rot symbolisch den neu gegründeten "Norddeutschen Bund" oder auch die "Kleindeutsche Lösung" repräsentierten.